Waldstrategie 2050 sowie Novellierung des Bundesjagdgesetzes

May 7, 2020

 

Zu dem von Prof. Pfannenstiel verfassten Artikel in JAWINA zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes (https://www.jawina.de/pfannenstiel-waldstrategie-2050-sowie-novellierung-des-bundesjagdgesetzes/) möchten wir uns wie folgt äußern:

 

Wir begrüßen dies detaillierte Analyse von Prof. Pfannenstiel ausdrücklich! Wieder einmal zeigt sich wie einem unguten Zeitgeist folgend, dass wiederkäuende Schalenwild eingestuft wird. Nämlich als Schädling. Das Reviersystem, dass sich all die Jahre bewährt hat, als überholt zu bezeichnen ist vermessen und zeugt von massiver verfassungsrechtlicher Unkenntnis und einer Einstellung, die eben diesem ungesunden

Zeitgeist geschuldet ist. Mit dem „Klimaschutz“, was einen beliebig füllbare Worthülse ist, wird an den Grundrechten unseres Staates gesägt. Das Jagdrecht soll vom Eigentum an Grund und Boden getrennt werden, um so die Jagdbezirke aufzulösen. Somit gibt es keine Kommunikation mehr zwischen Grundbesitzern, bestellender

Land- und Frostwirtschaft sowie mit den Jagdpächtern. Jagd ist aktiver Naturschutz und keine Schädlingsbekämpfung im Auftrag des Staates oder irgendwelcher undemokratischer Feudalherren. Das heutige Jagdrecht mit seinem Reviersystem hat sich nicht grundlos parallel mit der Demokratie in Deutschland entwickelt, sondern ist in seiner heutigen Form Ausdruck von Föderalismus, Demokratie und

Bürgerrechten. Eine Rückfall in ein quasi feudalistisches und undemokratisches Jagdsystem, lehnen wir als freiheitlicher, dem Grundgesetz verpflichteter und bürgerlich-konservativer Jagdverein ausdrücklich ab. Mit der Öffnung der Umwandlung der Jagdausübung unter einer Art Lizenzsystem, wird der Weg frei für die

ideologisierte Schädlingsbekämpfung. Ein Jäger muss drei Jahre im Besitz des Jagdscheins sein, um als pachtfähig zu gelten und sollte in diesen drei Jahren als Jungjäger die nötige Erfahrungen sammeln, um dieses wichtige und für die Gesellschaft wertvolle Ehrenamt auszuüben. Jagd ist mehr als nur ein Hobby. Es ist Passion und Wertschätzung gegenüber der Natur. Wer trotzdem meint der Einsatz von Jägern zur

Schädlingsbekämpfung und die Trennung des Jagdrechts vom Eigentum an Grund und Boden sei vorteilhaft, der soll einen Blick auf das Handwerk werfen. Dort sind seit der Streichung der Meisterpflicht in einigen Berufszweigen auch die Ausbildungsstellen entfallen und es fehlt der Nachwuchs.

 

So verhält es sich auch bei der Ausübung des jagdlichen Handwerks, nur Schießen reicht hier bei weitem nicht aus. Die Reduktion einer angeblich gestiegenen Wildtierpopulation, um höherem Verbiss zu begegnen ist nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht begründbar. Das andere Argument die Zahl der

gestiegene Wildunfälle allein auf eine höheren Population und Wildtierdichte zu reduzieren zeigt die einseitige und ideologische Betrachtungsweise. Da wären noch die Parameter Freizeitverhalten, Fahrweise der Verkehrsteilnehmer, die gestiegene Verkehrsdichte, die gestiegene Geschwindigkeit und auch die Beschleunigung der Fahrzeuge, sowie das dichtere Infrastrukturnetz was für den Lebensraum der Wildtiere

eine Reduktion und Zerschneidung bedeutet.

 

Wir fordern den Bundestag ausdrücklich auf, von dieser Änderung des Bundesjagdgesetzes deutlichen

Abstand zu nehmen und stattdessen die Jägerschaft in ihrem Beitrag zum Gelingen eines guten Miteinanders der Gesellschaft in dieser sehr dicht besiedelten Kulturlandschaft zu unterstützen.

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

Aktuelle Einträge
Please reload

Archiv
Please reload

Schlagwörter
Folgen Sie uns!
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Basic Square

Willkommen auf der Seite des

Bündnis für Wald und Wild e.V.

Unterstützen Sie unsere Tätigkeiten.

©2018 BWW e.V. | Impressum

Werden Sie Vereinsmitglied.
  • Facebook-Gruppe des Bündnisses e.V.