Dient das Reh als Sündenbock für die Waldkatastrophe? Jäger protestieren gegen verkürzte Schonzeit In Rheinland-Pfalz gehen viele Jäger auf die Barrikaden. Sie protestieren gegen eine Verkürzung der gesetzlich festgelegten Schonzeit für bestimmte Wildarten, die sich die Forstverwaltung des Landes vergangene Woche quasi selbst genehmigt hat. Carlo Rosenkranz 31.03.2020, 11:20 Uhr Lesezeit: 5 Minuten

April 1, 2020

Aus dem Artikel: <Damit soll zwei Wochen früher als üblich das Feuer auf Reh-, Muffel-, Rot- und Damwild eröffnet werden dürfen. Das Argument: Zu viel Wild frisst die Jungpflanzen, die auf den großen Kahlflächen des durch Klimawandel, Borkenkäfer und Stürmen gebeutelten Waldes gesetzt wurden. ...>

 

Leserbrief zum Artikel: Dient das Reh als Sündenbock Öffentlicher Anzeiger 31.03.2020

 

Wie eingangs im Artikel erwähnt hat sich die Forstverwaltung des Landes die Schonzeitverkürzung quasi selbst genehmigt. Dieses Vorgehen ist für eine an Recht und Gesetz gebundenen Verwaltung mindestens diskussionswürdig.

Unserer Meinung nach soll aufgrund der noch nicht so weit fortgeschrittenen Natur die fehlende Deckung für das Schalenwild zur Jagderleichterung beitragen. Der Gemeinde und Städtebund Rheinland-Pfalz dürfte ebenso frohlocken, hat er doch im letzten Jahr betont „Wald vor Wild“ müsste eigentlich „Wald vor Jägerinteressen“ lauten.

Schonzeiten für unsere heimischen Wildarten sind nicht einfach so vom Himmel gefallen, sondern sind wildbiologisch begründet.

Wissenschaftlich ist ein Zusammenhang von Wilddichte und Wildverbiss zudem nicht abschließend erwiesen, trotzdem wird von den meisten Forstleuten eben dies mit der Losung „Wald vor Wild“ vehement umgesetzt.

Hier möchten wir allen Interessierten das Video auf YouTube „Rehwild in der Ideologiefalle“ empfehlen. Nicht nur das Rehwild verbeißt die Jungpflanzen. Des Weiteren ist eine, unserer Meinung nach, bessere und günstigere Strategie als die rigorose Schalenwildbejagung, die Anlage von jagdfreien Wildäsungsflächen im Wald. Zum Beispiel auf Windbruchflächen.

 In unserer dichtbesiedelten Kulturlandschaft, wo die Lebensräume des Wildes von Infrastruktur zerschnitten sind, sich die Siedlungsräume immer mehr ausweiten und der Freizeitdruck auf die Wildtiere zunimmt, haben wir als Landschaftsgestalter unser Meinung nach die Pflicht uns des Wildes anzunehmen. Es muss heißen Wald mit Wild! Denn der Wald sollte nicht als wildfreier Holzplantage oder gar Energielandschaft dienen. Mit einer jagdfreien Zone von mindestens 5% der Waldfläche und einigen jagdfreien Wildäsungsflächen wird besser erreicht den Wildverbiss zu begrenzen. Kontraproduktiv ist die ständige Verkürzung von Schonzeiten und der damit einhergehenden Erhöhung des Jagddrucks auf das wiederkäuende Schalenwild. Statt ineffizienten Windkraftanlagen sollten die oben erwähnten Wildäsungsflächen auch zu Gunsten bedrohter Insekten und Vogelarten angelegt werden. Dies wäre für die Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft vorteilhafter.

Es ist ein Einfaches mit der Begründung des Klimawandels alles hinbiegen zu wollen, denn auch dieser dient mittlerweile der Erreichung ideologischer Ziele.

Gunnar Gerdemann, BWW e.V.

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