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"Wildreichtum macht den Wald arm"

October 27, 2017

 

Hier ein Artikel von Hartmut Eckardt, Leiter des Forstamtes Leutenberg:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwiehNTO2NjWAhVBCcAKHQ93A7kQFghEMAM&url=http%3A%2F%2Fsaalfeld.otz.de%2Fweb%2Flokal%2Fleben%2Fdetail%2F-%2Fspecific%2FWildreichtum-macht-den-Wald-arm-88959534&usg=AOvVaw1V8hPdv96-e6z64p-IOEF5

 

Unser Vorstandsmitglied Reiner Eisoldt zeigt die wahren Hintergründe und Zusammenhänge auf. Er berichtet aus erster Hand über unglaubliche Vorgänge in einem Staatsbetrieb, der offenbar unkontrollierbar geworden ist und nun wie der Staat im Staate agiert:

 

„Wildreichtum macht den Wald arm“; besser hätte es wohl heißen müssen:  „Die gezielten Vernichtung der Lebensräume des Wildes - was die Natur nicht schafft, können wir von ThüringenForst komplettieren“

 

Am 22.07. 2015 vernichtete ein Unwetter im Raum von Unterloquitz große Teile Wald im Rotwildeinstandsgebiet. Holzabfuhr-, Rücke- Jagdwege waren nicht mehr befahrbar und zu großen Teilen auch nicht mehr begehbar.  Die für die Beräumung/Aufarbeitung der Unwetterschäden in Frage gekommene Forsttechnik wurde auf Veranlassung aus dem Thüringer Forstamt Leutenberg gleich nach Räumungsbeginn wieder abgezogen. Die betreffende Technik samt dem Personal wurden etwa nicht an anderer Stelle zur Unwetterbeseitigung eingesetzt, sondern zu Pflegemaßnahmen im Landeswald von den so dringend notwendigen Beräumungs- und Aufarbeitungsmaßnahmen abgezogen. Das ist vergleichsweise so, als wenn nach einem Massenunfall mit Toten und Scherverletzten die zuständigen Hilfs- und Bergungskräfte zu Routinemaßnahmen abgezogen würden,  ohne die Unfallstellen zu räumen.  Jahreszeitlich bedingt, trat unmittelbar nach dem Unwetter eine  hochsommerliche  Trockenperiode ein. Ein Aufarbeiten und Beräumen der Sturmschäden in den Stehend- und Liegendholzbeständen hätte mit ganz  geringen Flurschäden erfolgen können. Nichts dergleichen geschah, länger als drei Monate konnten sich „Borkenkäfer und Co.“ in diesem Zeitraum unter besten Bedingungen vermehren und verbreiten. Und dass sich die Holzqualitäten  in einer 3 monatigen Liegezeit im Wald „verbessert haben“, darf zweifelsfrei ausgeschlossen werden.

Als Mitte Oktober ernsthaft mit der tatsächlichen Aufarbeitung und Beräumung der sturmgeschädigten Waldkomplexe begonnen wurde, hatte das Herbstwetter mit seinen Starkregenfällen die Holzabfuhrwege so aufgeweicht, dass selbst die befestigten unter diesen durch das Befahren mit der schweren Forsttechnik bis zu den Packlagern vollends „zum Teufel gingen“! Das hatte zur Folge,  dass die Beräumung der Sturmschäden aus dem vorjährigen Sommer 2015 erst im Sommer 2016 abgeschlossen werden konnte.  Hier sei angemerkt, dass die Wald- und Holzabfuhrwege ursprünglich mit Fördermitteln, also mit Steuergeldern der Thüringer Bürgerinnen und Bürger errichtet und bis zum Einsatz der Forsttechnik im Oktober in einem sehr guten Zustand waren.

Hinsichtlich der Hege und Bejagung der von Herrn Forstamtsleiter „so verteufelten Waldschädlinge“, wie unsere heimischen Hirsche und Rehe, war in diesen Revierteilen und bis zum Sommer 2016 nichts machbar.

Die Privatwaldeigentümer ließen die Abfuhrwege dann auf eigene Kosten notdürftig  instandsetzen, um überhaupt wieder zu ihren Waldparzellen zu gelangen.  

Das ist nur ein Beispiel, mit dem die Strategie des Thüringer Forstamtes Saalfeld-Rudolstadt  offenkundig wird. Mit solcher Strategie wird versucht, langfristig  die eigene Daseinsberechtigung zu begründen und seine Arbeitsplätze auf Kosten unserer Natur und unseres Wildes zu erhalten. Im Grunde genommen wird die Öffentlichkeit zielstrebig und vorsätzlich mit falschen Informationen oder Halbwahrheiten gefüttert und irregeführt.

Zurück zur Jagd: Mit den landesforstlichen Intervall- und Bewegungsjagdevents vom 01. August bis 15 Januar des Folgejahres und dem sinnlosen Totschießen des Jung- und Mutterwildes; der Kälber, Tiere, Rehkitz und Rehe; sowie der Hirsche und Böcke ohne Ansehen und egal ob zukunfts- oder abschusswürdig, hat sich die heutige Försterschaft längst auch von der „Nachhaltigkeitsverpflichtung für Wald und Wild“ aus früheren Förstergenerationen  verabschiedet! Mit den mehr und mehr praktizierten „zeitgemäßen Jagdmethoden“ von Thüringen Forst und ihren Nachahmern unter den „grauen Jägern“ kann von einer Wildhege nicht mehr die Rede sein; „Wildtiermanagement“ heißt das forstlich geprägte Zauberwort von heute! Jeder halbwegs geschulte Jäger weiß, dass das wiederkäuende Schalenwild mit Einbruch winterlicher Witterung seinen Stoffwechsel auf ein Minimum „herunterfährt“ und von den Energiereserven aus der Äsung vergangenen Monate zehrt; und er weiß auch, dass durch jegliche Beunruhigung – auch anlässlich der Bewegungs- und Drückjagden mit Jagdhelfern und Hunden dem Hirsch- und Muffel- und Rehwild stressbedingt seine Energiereserven abverlangt werden und es diese dann irgendwie wieder „ansparen“ muss, um nicht zu verhungern. Woher sich die Hirsche und Rehe diese Nahrung in der vegetationsarmen Zeit holen, liegt auf der Hand; nämlich in ruhigen Parzellen der Privatwaldbesitzer, in denen sie dann durch Verbeißen und Schälen zu schaden gehen! So gesehen, ist der Herr Forstamtsleiter mit seinen Jagdmethoden der indirekte Wildschadensverursacher. Gleiches gilt für die forstliche Übernutzung der landesstaatlichen Wälder, in den das Wild keine Ruheeinstände mehr findet und wie  vor erwähnt, von 01. August eines Jahres bis zum 15. Januar des Folgejahres durch seine Lebensräume getrieben wird.

So wenig die forstlichen Jagdmethoden der Hege des Wildes dienen, so wenig kann man von einem ökologischen Waldumbau reden. Rein ökologischer Natur bedarf der Wald keiner Beförsterung, wohl aber wenn es um den Kommerz beim „Umbau“ des Wirtschaftswaldes geht. Dass dies legitim und rechtens ist, ist jedem einleuchtend – insofern dabei die gesetzlich vorgeschriebene Nachhaltigkeit im Vordergrund steht! Eine solche Nachhaltigkeit in der landesstaatlichen Forstwirtschaft ist jedoch derzeit nicht zu erkennen, oder sieht man außer tonnenschwerer Forsttechnik noch baumkulturelles Pflanz- und Pflegpersonal in unseren Wäldern? Auf Jahrzehnte wächst auf den verfestigten  Schneid- und Rückegassen dieser Technik weder Strauch noch Baum.

So wie man „augenwischend“ die Raufußhühner in neuzeitliche Lebensräume auswildert, demgegenüber aber in den Monaten Juni und Juli den ständig wachsenden Schwarzwildpopulationen freien Lauf lässt; so wie man von Lebensräumen des Wildes redet, diese aber permanent einschränkt oder gar vernichtet; so werden sinnlos und im Wissen um deren Sträflichkeit, der Bürgerinnen und Bürger Steuergelder vergeudet.

 

Reiner Eisoldt - Kaulsdorf

 

 

 

 


 

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